Nachhaltigkeitskongress 2011: "Rio wird 20 - wir sind dabei!"

„Rio wird 20 – wir sind dabei!“ Das Motto des Nachhaltigkeitskongresses 2011 galt am 15. Juli für 400 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Baden-Württemberg. Sie waren als Teilnehmerinnen und Teilnehmer im SpOrt Stuttgart dabei und erlebten eine Premiere: Erstmals richtete sich der seit 2008 jährlich stattfindende Kongress speziell an die jungen Baden-Württemberger zwischen 16 und 26 Jahren. In Workshops, Planspielen und Diskussionsrunden tauschten sich die jungen Menschen intensiv über Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung und die Herausforderungen für die junge Generation aus.Im Fokus stand insbesondere die nachhaltige Entwicklung im Land und in der Welt, denn der Kongress griff das 20-jährige Jubiläum der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im kommenden Jahr auf.
Bereits vor neunzehn Jahren, im Jahr 1992, wurden am Zuckerhut wichtige Grundlagen für die nachhaltige Entwicklung auf globaler Ebene gelegt. Welche euphorische Grundstimmung damals unter den Verantwortlichen herrschte, welche Beschlüsse umgesetzt wurden und was er von der Konferenz 2012 erwartet, schilderte der frühere Bundesumweltminister und Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Professor Klaus Töpfer, den jungen Gästen mit eindrucksvollen Worten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Teilnehmer schon mittendrin in einer „Zeitreise der nachhaltigen Entwicklung“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL hatte sie schon zur Begrüßung auf diese Reise eingestimmt. „Ich wünsche mir, dass die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Botschafter der Nachhaltigkeit werden“, betonte er zu Beginn des Kongresses gegenüber den anwesenden Schülern, Studenten und jungen Engagierten. Was sich seit 1992 international und im Land bewegt hat und welche Erwartungen mit der Konferenz im kommenden Jahr verbunden sind, diskutierte Töpfer mit Umweltminister Franz Untersteller, Ulrich Niklas vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der für die Vorbereitung der Konferenz 2012 zuständig ist, und Lena Mäckelburg, der Jugenddelegierten der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung. Eine zweite Podiumsdiskussion am Nachmittag griff mit „Green Economy“ ein Kernthema von Rio 2012 auf. Mehr Informationen über die UN-Konferenzen finden Sie in unserer Rubrik "Im Blickpunkt".
Möglichkeiten zum eigenen Engagement zeigten verschiedene Organisationen, Hochschulen und Projekte im „Markt der Möglichkeiten“ auf, wo während des gesamten Kongresses ein buntes Treiben herrschte und viele Gespräche geführt wurden. Mehr über neue Aspekte und spannende Ansätze zum Thema Nachhaltigkeit erfuhren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Experten in zwölf unterschiedlichen Workshops, die sie ganz nach ihren eigenen Interessen wählen konnten. So konnte zum Beispiel die Verhandlungssituation von Rio 1992 nachgespielt oder der Frage auf den Grund gegangen werden, wie Wohlstand und Entwicklung am besten gemessen werden können. Dass man auch beim Computerspielen lernen kann, zeigte das Computerspiel Energetika, bei dem es darum geht, die Stromversorgung im Jahr 2050 sicher zu stellen. Wie sich IT-Geräte in Zukunft „grüner“ gestalten lassen, griff ein weiterer Workshop auf. Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit wurde ebenso diskutiert, wie der Einsatz für Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene. Beispiele dafür waren das Konzept der konsumkritischen Stadtführungen, die nachhaltigen Juniorenfirmen oder der Verkaufsstand „FairTastic“, mit dem Schülerinnen und Schüler für leckere, faire Pausensnacks sorgen.
Viele Teilnehmer nutzen außerdem die Gelegenheit, sich im Expeditionsmobil der Baden-Württemberg Stiftung zum Thema Energie und Klima zu informieren oder im Rahmen der „Kreativinsel“ Ideen für die „Woche der Nachhaltigkeit“ in Baden-Württemberg zu entwickeln. Diese wird voraussichtlich im Mai kommenden Jahres stattfinden.

Einige Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Kongress.
Den Kongressplan mit dem vollständigen Programm und allen Ausstellern finden Sie hier. [PDF]
Den Flyer zum Kongress finden Sie hier. [PDF, 1,24 MB]
Impressionen aus Stuttgart - Bildergalerie vom Vormittag starten
Impressionen aus Stuttgart - Bildergalerie vom Nachmittag starten