Im Blickpunkt

 

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Informationen zu aktuellen Debatten, Kontroversen und Ereignissen rund um das Thema Nachhaltigkeit finden Sie hier im Blickpunkt. Bleiben Sie auf dem Laufenden und erfahren Sie mehr!

Bereits im Blickpunkt waren die Themen "Freiwilliges Engagement für nachhaltige Entwicklung" sowie der "Klimagipfel in Kopenhagen". 


Im Blickpunkt: Rio de Janeiro ruft - Nachhaltige Entwicklung von 1992 bis 2012 (Rio+20)

 Wer eine Zeitreise der weltweiten nachhaltigen Entwicklung unternehmen will, beginnt im Jahr 1992. Globale Probleme wie die Umweltverschmutzung, die Überbevölkerung, der Ressourcenabbau, der Klimawandel oder der Verlust von Biodiversität wurden damals immer sichtbarer. Vom 3. bis zum 14. Juni 1992 fand deshalb in Rio de Janeiro die erste Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (United Nations Conference on Environment and Development, UNCED) statt – auch bekannt als sogenannter „Erdgipfel“.

Mit dem Gipfel gewann das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung und eines gemeinsamen Vorgehens an globaler Bedeutung: In Rio kamen etwa 17.000 Teilnehmer aus mehr als 170 Ländern zusammen, darunter Regierungsvertreter, rund 500 nicht-staatliche Organisationen, mehr als 8.000 Journalisten und mehrere tausend Forumsteilnehmer im alternativen „Global Forum“, in dem sie ihre Positionen vortragen konnten. Es wurde hervorgehoben, dass Umwelt und Entwicklungsziele nur erreichbar sind, wenn ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge stärker beachtet werden. Deshalb wurden erstmals nicht allein umweltpolitische Probleme behandelt, sondern diese im Zusammenhang mit globalen Entwicklungsproblemen auf internationaler Ebene diskutiert. Auf der Agenda stand auch der Anspruch der Entwicklungsländer auf wirtschaftliche Entwicklung, die zunächst einmal stärkere Umweltbelastungen erwarten ließ. Entsprechend verpflichteten sich die Industrieländer – die bisherigen Hauptverursacher ökologischer Probleme – für die in Rio vereinbarten Ziele besondere Verantwortung zu übernehmen. 

Die Ergebnisse 1992: Rio-Deklaration und Agenda 21

Schließlich konnten sich die teilnehmenden Regierungschefs auf die so genannte Rio-Deklaration einigen, mit der erstmals das Recht auf nachhaltige Entwicklung in einem internationalen Abkommen verankert wurde. In der Deklaration wurde in 27 Grundsätzen festgelegt, dass die soziale und wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben, aber gleichzeitig der Schutz der Umwelt gewährleistet werden muss. Unerlässlich sind die Bekämpfung der Armut, eine angemessene Bevölkerungspolitik, die Verringerung und der Abbau nicht nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen sowie die umfassende Einbeziehung der Bevölkerung.

 Weitere in Rio verabschiedete Abkommen beschäftigten sich mit speziellen Fragen wie dem Schutz der biologischen Vielfalt (UN-Artenschutz-Konvention), dem Schutz der Wälder (UN-Walddeklaration), den Vorbereitungen für die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung oder dem Klimawandel (Klimarahmenkonvention).

Außerdem wurde das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“ verabschiedet, durch welches weltweit das konkrete Handeln auf nationaler Ebene gefördert werden soll. Im Vordergrund steht eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg der Maßnahmen und Projekte ist auch die breite Beteiligung und Sensibilisierung der Bevölkerung. So soll sichergestellt werden, dass das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf internationaler Ebene an Bedeutung gewinnt, sondern auch vor Ort ankommt. Zahlreiche aktive lokale Agenda-Gruppen setzen sich auch in Baden-Württemberg dafür ein.

Mehr Informationen zur lokalen Agenda.

Im Nachfolgeprozess der Rio-Konferenz wurde zudem die UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (engl. Commission on Sustainable Development, kurz CSD) gegründet, die den Umsetzungsprozess der Konferenzergebnisse überwacht. In die Kommission eingebunden sind verschiedene Gesellschaftsvertreter, die in neun offiziellen Kategorien (sogenannte „Major Groups“) gebündelt werden. So gibt es beispielsweise eine Gruppe für Frauen, eine für Nicht-Regierungsorganisationen und eine für  Kinder und Jugendliche. Die Bundesregierung unterstützt seit 2002 die Arbeit der Gruppe „Kinder und Jugendliche“, indem sie jedes Jahr zwei Jugenddelegierte als Teil der Regierungsdelegation an der CSD teilnehmen lässt. 

Nach Rio 1992: Folgekonferenzen und Beschlüsse

Nach Rio 1992 fanden alle fünf Jahre Nachfolgekonferenzen statt, um die Umsetzung der Vereinbarungen zu überprüfen und die Ziele neu zu verhandeln. Zudem griffen weitere Konferenzen einzelne Fragen der Nachhaltigkeit auf, wie die Klimakonferenzen der Vereinten Nationen oder die 55. UN-Generalversammlung - der sogenannte Millenniumsgipfel - im Jahr 2000. Dort standen mehr und mehr die sozialen Probleme vor allem in den Entwicklungsländern im Vordergrund. Die „Millenniumsziele“, die bis 2015 umgesetzt werden sollen, beinhalten neben der Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger wie auch schwerer Krankheiten, die Senkung der Kindersterblichkeit oder den Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung.

Soziale Themen wie diese fanden – neben der ökologischen Komponente –  auch Niederschlag in der Rio+10-Konferenz im südafrikanischen Johannesburg 2002. Sie griff erneut die Umsetzungsmöglichkeiten der Rio-Konventionen in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung auf. Zudem gab es schon damals Überlegungen, die Wirtschaft im Sinne einer „Green Economy“ zu gestalten. Der Gipfel endete mit der Verabschiedung einer politischen Erklärung der Staats- und Regierungschefs sowie einem Aktionsplan, der quantifizierbare Ziele, darunter die Millenniumsziele, beinhaltet.

Vor Rio 2012: neue Herausforderungen und Schwerpunkte

Auch 20 Jahre nach der ersten Konferenz hat die nachhaltige Entwicklung nicht an Bedeutung verloren, vielmehr stehen neue, drängende Herausforderungen an, die gemeinsam gelöst werden müssen. Auf der dritten Nachfolgekonferenz (Rio+20), die vom 20. bis zum 22. Juni 2012 erneut in Rio de Janeiro stattfinden wird, sollen deshalb unter anderem institutionelle Reformen vorangebracht werden, die eine Intensivierung des politischen Engagements für eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Die Kernthemen der Konferenz 2012 sind „Green Economy – Grüne Wirtschaft im Kontext von nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung“ und „Der institutionelle Rahmen für nachhaltige Entwicklung“. Die Vorbereitungsphase startete bereits im vergangenen Jahr.

Und national?

Aufgrund der Beschlüsse auf internationaler Ebene wurde Nachhaltigkeit auch in Deutschland festgeschrieben: 2002 – 10 Jahre nach Rio und der dort beschlossenen Agenda 21 – veröffentlichte die Bundesregierung die nationale Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“. Seit 2007 hat auch Baden-Württemberg eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie um ganz im Sinne der Agenda 21 vor Ort tätig zu werden.

Beide Perspektiven, die lokale Nachhaltigkeit und die internationalen Entwicklungen, vereinte die Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg zum Beispiel im Juli 2011 beim Nachhaltigkeitskongress für Jugendliche und junge Erwachsene unter dem Motto „Rio wird 20 – wir sind dabei!“.
Mehr über den Nachhaltigkeitskongress 2011.

Umfassende Informationen über die Rio+20 Konferenz finden Sie auf der englischsprachigen Webseite der UNCSD unter www.uncsd2012.org/. Angeboten werden unter anderem ein Newsletter sowie Neuigkeiten in der begleitenden Facebook-Gruppe oder auf Twitter.

 
 
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